Man kann ja über den Un- und Sinn der Nutzung  Daten heischender Apps denken was man will, aber ich persönlich danke zumindest den Späher Algorithmen von Spotify von Herzen. Immer wieder mal spült mir die Entdeckerfunktion kleine Perlen von Bands um die Ohren, die ich im analogen Leben vermutlich niemals kennen gelernt  hätte.

Eine dieser Bands, The Delta Saints aus Nashville, hat sich schon vor fast 2 Jahren vom Fleck weg zu meiner absoluten Lieblingsband gemausert. IMG_2057

Problem bei kleinen Combos aus Übersee: wie komme ich in den Genuss die Jungs einmal live zu hören? Nach einem gescheiterten Spontantrip nach Amsterdam – wie komme ich hin, wo soll ich schlafen? Wieso zum Kuckuck ist es in Deutschland so schwer niederländische Vorverkaufsstellen zu nutzen, wieso erfahre ich von dem Konzert erst eine Woche vorher – im letzten Jahr, sah ich diesen Januar mit Pippi n den Augen „The Delta Saints am 14.09.15, Yard Club“.
Also flugs zur VKK und 2 Karten gesichert, der Club ist ja klein, knapp 200 passen rein, und ich bin auf jeden Fall dabei! Wie kleine, brave Jungs das so tun, fieberte ich jetzt monatelang meinem persönlichen „Weihnachten-und-Ostern-fallen-auf –einen-Tag“ Moment entgegen. Letzten Sonntag war es dann endlich soweit. Der Abend nahte und vorsorglich wie Begleitungen nun mal sein sollen bestand Julia darauf möglichst kurz nach Einlass aufzuschlagen „damit wir auch einen guten Platz bekommen“.

So wie Teenies auf ihrer ersten Party lernen müssen, das „Beginn 19 Uhr“ definitiv die Uhrzeit ist zu der auf keinen Fall ein Gast aufschlägt, sitzen wir also um kurz nach 19 Uhr verloren an unseren Barhockertischchen und spähen vorsichtig ins halbdunkel. Mit Barkeeper und Mischpultmann waren wir also schon mal zu viert, das war doch ein Anfang!

So gegen halb acht bestand die erste Reihe dann aus 2 älteren Pärchen, weit jenseits des Renteneinstiegsalters, und einem hibbeligen Jungspund, sicher ein ambitionierter Gitarrenspieler, den Handbewegungen zu den Santana Riffs vom Band nach zu urteilen.

Als Julia dann gegen zwanzig vor acht verlauten ließ, sie habe schon Bands vor wesentlich mehr Leuten das Konzert absagen sehen, wurde mir ganz anders…..20 Uhr, ca 25 bis 30 Mann haben sich letztlich hierher verirrt, vermutlich wollten sie zur Ü30 Party in der Kantine nebenan und haben sich im Wochentag vertan. Auch die Band schien längst um die Ecke gespäht zu haben, sie kam nämlich nicht…….20:20  war es dann soweit, endlich!

IMG_2035Ohne Begrüßung an das Publikum, welches Publikum?, stöpselten die Jungs sich ein und begannen zu spielen, Profis halt.
The Delta Saints kommen aus der  Americana bzw Bluesrock Ecke, aber das klingt so trocken und spiegelt den Sound und treibenden Beat dieser Band nicht im Geringsten wider. Sie selbst bezeichnen ihre Musik gern als  „Bourbon geschwängerten Sumpfrock„ oder auch als „psychedelischen Voodoo Rock“, und genau das bekommt man. Tatsächlich hätte man meinen können uns allen hätte jemand heimlich was in die Milch geschüttet, wir hatten von Anfang an wirklich Stimmung in der Hütte! Gar nicht so einfach bei knapp 30 Mann, aber es wurde gejubelt, mitgesungen ( O.K., hauptsächlich von mir),geklatscht, gestampft und getanzt – besonders die Eingangs erwähnte Rentnergang legte von der ersten bis zur letzten Minute eine Sohle aufs Parkett, wie Duracell Häschen in die der Blitz gefahren ist!  Selbst der,  auf dem Tanzparkett als Bewegungslegasteniker verschriene Mann der mich morgens im Spiegel anblickt, hat sich locker gemacht und völlig selbstvergessen den Bauch geschüttelt!

Das es dann doch ein rundum gelungener Abend für alle Beteiligten gewesen sein muss, zeigt denn auch, dass die Band nach gegebener Zugabe, sich bei nahezu dem gesamten Publikum persönlich, mit Handschlag bedankt und verabschiedet hat.

IMG_2042Ich werde das Konzert auf jeden Fall als eines der besten in  meinem Leben in Erinnerung behalten und kann nur jedem empfehlen mal auf www.thedeltasaints.com vorbei zu schauen.

Auf das im nächsten Jahr zumindest die ersten 3 Reihen dicht geschlossen sein mögen!

 

Das war der B.

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D B

Größtenteils harmlos.

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    One Comment

  1. Du bist aufgewaaaacht! Tjuchuuuu!!!111!!!
    Ähem.
    Du hast vergessen, zu erwähnen, dass wir uns sehr alt vorkamen, neben all den Menschen, die mehr graue Haare hatten als wir und sich 10x so schnell bewegten 😉
    Und du hast vergessen zu erwähnen, dass du mich Silvester unbedingt nach Nahsville zum D.S. Konzert einladen möchtest.
    Gott, war der Gitarrist süß…. Nicht süßer als du, anders süß eben. Bin fertich. Tschö!

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