Oliver Jung-Kostick mit ein paar Worten zu beschreiben

ist einfach unmöglich. Er ist präsent, hat zu Vielem eine Meinung und diskutiert dementsprechend gern.
Er fiel mir auf, weil er gute Laune versprüht, selbst wenn er sich über die schlechte Welt aufregt, die er so gern zu einer guten machen würde. Und so wechselt er ab, zwischen „niedlichen Katzenvideos“ und politischem Statement. Niemals langweilig, immer humorvoll, klug und feinsinnig, saugt er Informationen auf und bringt sie unter die Menschen.
Schriftstellerisch nicht in eine Ecke einzusortieren und daher meine Empfehlung durch alles zu stöbern, was Sie in die Finger bekommen können.

Lassen wir ihn ein wenig über sich erzählen…

Ich habe Glück gehabt

und bin in eine gutbürgerliche Familie mit ausgeprägter Neigung zur Bohème hineingeboren worden. Das perfekte Habitat, in dem ich gar nicht weiter auffiel. Ich sage immer, dass ich aus einer »k.u.k«-Familie stamme, wobei das in diesem Fall nicht »königlich und kaiserlich« bedeutet, sondern »kaufmännisch und künstlerisch«. Mein Vater war Manager und malte, meine Mutter Chefsekretärin und den schönen Künsten zugetan, in beiden Familien finden sich MusikerInnen, Bildhauer und generell einfach eine ganze Menge musisch angehauchter Menschen.
Was lag also näher, dass ich viel malte, sang, Musik machte, viel las – und dann vor beinahe 40 Jahren begann, selber zu schreiben?

Lange Zeit haderte ich mit etwas, das ich für meine Unfähigkeit hielt, »richtige« Geschichten zu schreiben. Erst im (nebenbei ein paar Semester lang betriebenen) Germanistikstudium stellte sich heraus, dass Kurzprosa von vielen der größten AutorInnen der Weltliteratur verfasst worden war – und erstaunlich oft von meinen LieblingsautorInnen. Das war ein großer Durchbruch für mich persönlich. Ich wusste nun, ich »durfte« Texte schreiben, die keine Erzählungen waren, keine Gedichte, sich jeder Klassifizierung entzogen…

Es dauerte nicht lange, bis ich von Literaturzeitschriften erste Veröffentlichungsangebote bekam – doch ich war mir einfach noch nicht sicher. Heute betrachte ich meine damalige Schüchternheit mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Immerhin gelangte ich vor fast genau 30 Jahren beim Jungautorenwettbewerb der Regensburger Schriftstellergruppe International unter fast 600 TeilnehmerInnen aus acht verschiedenen Ländern in die Auswahlgruppe von 30. Im entscheidenden Moment präsentierte ich aber wohl meine Texte nicht sehr gut. Aber die Erfahrung war unbezahlbar!

In der Zwischenzeit schrieb und schrieb und schrieb ich und wurde immer besser. Kunst kommt von Können, und Übung macht nun mal den Meister – um viele Stunden harter Arbeit führt kein Weg herum, wenn was Gescheites dabei herauskommen soll! Ich schrieb Songtexte für Bands, Kochrezepte, Ratgeber, Texte zu den großartigen Werken meiner Künstlerfreundin Gilla Buchner aus Regensburg, Erzählungen, Gedichte, Kurzprosa, Songtexte, Fachbücher, Kolumnen, Rezensionen, war Lektor und Korrektor bei einer Zeitung, betreute Diplom-Arbeiten in verschiedensten Gebieten. Seit 2004 habe ich in diversen Literaturzeitschriften (online und print, deutschsprachige Länder) veröffentlicht.

2014 – zum 100. Todestag meines großen Inspirators Georg Trakl – veröffentlichte ich mein erstes, komplett eigenständiges Werk, eine Hommage an den großen Dichter. Zum Jahreswechsel 2000/2001 hatte ich mir sein lyrisches Werk intensiv durchgelesen und alle Stellen markiert, die mich besonders ansprachen. Daraus machte ich dann eigenständige, neue Texte. Allein an der Anordnung arbeitete ich Monate. Danach veröffentlichte ich noch einen weiteren Band mit Texten vor/zu/hinter/nach Trakl, dann folgte ein Werk mit schrägen Märchen für Erwachsene.

2015 lernte ich Verleger Carsten Lohse vom neu gegründeten Schrägverlag in Windach kennen, wo dieses Jahr mein erstes eigenständiges gedrucktes Buch erschien, »wo der stockzirkel bollt…«, was wiederum eine Hommage darstellt, diesmal jedoch an ein komplett verrücktes Reimlexikon der deutschen Sprache aus dem Jahr 1826. Auch hier habe ich das genommen, was mir gefiel, und etwas Neues daraus gemacht. Die entstandenen Texte könnte man vielleicht als »dada« bezeichnen, ich bin mir da jedoch nicht so sicher. Jedenfalls sind sie sehr lustig und auf eine ganz besondere Art und Weise schön.

Parallel dazu habe ich – mehr aus Experimentierlaune mit den entsprechenden Plattformen – weitere Erzählungen als ebook veröffentlicht. Meine nächste Printveröffentlichung wird wiederum im Schrägverlag sein, diesmal mit MitautorInnen, und es wird um Kochen und Essen gehen.

Währenddessen schreibe und male und fotografiere ich unverdrossen weiter, illustriere eigene und fremde Bücher und arbeite als Lektor und Schreibcoach, wenn ich nicht in der Erwachsenenbildung Juristisches und Kaufmännisches unterrichte.

Sollte ich mich selbst beschreiben, würde ich sagen, ich bin ein alter Romantiker – aber damit ist die literarische Epoche gemeint, nicht Kerzenlicht, säuselnde Geigen und tränenfeuchte Blicke. Als Kind habe ich keine Comics gelesen, weil sie mich langweilten. E.T.A. Hoffmann und Konsorten dagegen – das war genau meine Kragenweite! Dann Expressionismus, Dadaismus…

Genau wie in meiner Familie so verbreitet, habe ich mich für eine parallele Existenz als Künstler und Kaufmann entschieden: Nach dem Abitur wurde ich Industriekaufmann, studierte Jura mit Schwerpunkt Urheberrecht und Wirtschaft und ging in die Erwachsenenbildung, wo ich KulturmanagerInnen ausbildete und KünstlerInnen und gemeinnützige Vereine beriet.

Meine Romantik ist überformt durch die Gegenwart. Intuition und Intellekt arbeiten Hand in Hand. Ich weiß, ich bin nicht everybody’s darling, aber es scheint mir, als hätten immer mehr Menschen geradezu Hunger auf Literatur abseits vom Mainstream. Bei mir werden sie satt – wenn sie sich trauen, zuzugreifen und hineinzubeißen.

Autorenprofil mit Liste von Veröffentlichungen

Oliver Jung-Kostick auf facebook und beim Schrägverlag

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