Schriftsteller. Nein, ich bin ganz sicher kein Schriftsteller.

Und auch kein Schreiberling oder Hobbypoet, ich warte weder auf Entdeckung, noch auf Erkenntnis. Ich schreibe also nicht, weil es mir gut tut nur für mich ganz alleine, und erst recht käme es mir niemals in den Sinn an eine Veröffentlichung meines Geschreibsels zu denken. Schuster bleib bei deinen Leisten! Ein gewisser Hang zur wohlfeilen Formulierung mag durchaus vorhanden sein, was sich meist in gestellt gestelzten Satzgebilden, wie eben jenem hier, niederschlägt.

Grammatik und Interpunktion empfinde ich als Waffen, als auf mich gerichtete Waffen. Ich fühle mich durch sie eher bedroht, als mit ihnen wohl und wie viele in die Ecke getriebene Menschen neige ich dann vielleicht zu reflexartigem Verteidigungsverhalten.
Dabei mache ich mir eventuell intuitiv die Bedrohung zu Nutze und fuchtel wild mit ihnen herum, habe aber weder gelernt professionell mit diesen Waffen umzugehen, noch wirkt das sonderlich gekonnt. Außerdem sind größere Kollateralschäden bei mir und meiner Umwelt nicht ausgeschlossen. Schreiben ist für mich wie Puzzle legen ohne Vorlage: Ich habe keinen blassen Schimmer wie das Bild am Ende aussehen wird, fange aber einfach an und spätestens nach 5 Minuten möchte ich wieder aufhören. Kaum ein Teil passt zum anderen und es dauert ewig, alleine nur um den Rahmen hinzubekommen. Die Versuchung mit einem Wisch das bisherige Fragment vom Tisch zu fegen wird immer größer und größer und trotzdem, mit jedem passendem Stückchen fügt sich das Ganze ein klein wenig mehr ineinander. Kleine bereits fertige Puzzleteile liegen herum, ich weiß nur noch nicht wohin sie gehören. Und obwohl mir das Ganze überhaupt keinen Spaß macht kann ich einfach nicht die Finger davon lassen.
Getrieben vom Wunsch nach Vollendung wird der eigentlich qualvolle Vorgang des Puzzelns doch zum Spaß, wobei hier nicht der vielzitierte Weg das Ziel ist, sondern allein das fertige Bild von Bedeutung ist.

Die Ambivalenz zwischen Freude und Leid kann natürlich oft auch dazu führen, dass angefangene Puzzle, fein säuberlich auf einer Holzspanplatte fixiert, über die Jahre auf dem Dachboden verstauben und letztlich niemals vollendet werden, egal wie oft ich es mir vornehme.

Reiße ich mich zusammen, setze mich immer wieder daran und gebe nicht auf, ist der Moment in dem sich das letzte Stück in das Bild einfügt, der Augenblick vollkommener Zufriedenheit.

Ich puzzle natürlich nicht wirklich, aber ich bin ja auch kein Schriftsteller.

Ich denke, das war der B.

The following two tabs change content below.

D B

Größtenteils harmlos.

Neueste Artikel von D B (alle ansehen)

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen